«Das hat uns echt aufgerüttelt », sagt Martin Wernli im Rückblick. Wovon er spricht? Von der umstrittenen, Ende 2012 erschienenen Spitalliste der «Hochspezialisierten Medizin », auf der das Kantonsspital Aarau nicht mehr als Onkologie- Standort fungierte. Dies, obwohl es in diesem Bereich eindrückliche Zahlen aufweisen kann: 2300 neu an Krebs erkrankte Menschen wählen jedes Jahr das KSA als Ort der Behandlung. Insgesamt betreuen 40 spezialisierte Kliniken jährlich über 10 000 Krebsbetroffene. Eine Projektgruppe unter dem Vorsitz von Martin Wernli hat sämtliche «Krebs-Aktivitäten» des KSA zusammengetragen und dabei dokumentiert, dass in Aarau «alle anerkannten modernen diagnostischen und therapeutischen Methoden zur Verfügung stehen», so Wernli.

Neuer Auftritt

Mit dem im August letzten Jahres gegründeten «Onkologizentrum Mittelland» solle dies künftig für die Öffentlichkeit besser sichtbar werden. Mehr noch: Im Januar dieses Jahres hat ein spitalweites Zertifizierungsprojekt begonnen. «Wir richten uns dabei nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft, weil es in der Schweiz bisher eine solche Gesamtzertifizierung nicht gibt», erklärt Martin Wernli. Konkret bedeutet das: Alle Prozesse und Leistungen werden zusammengefasst, hinterfragt und nach Möglichkeit optimiert. Die Zertifizierung wird für 2016 angestrebt.

Autorin: Ursula Känel Kocher