Rund 25 Kilometer beträgt die Distanz zwischen den beiden  Kantonsspitälern Aarau und Baden. Diese Strecke legen Karim Eid und Philippe Lindenlaub künftig vermehrt zurück. Genauer: Karim Eid, Standortleiter der Orthopädie in Baden und Spezialist für  Schulterchirurgie, operiert auch Schulterpatienten in Aarau – und Philippe Lindenlaub, Standortleiter der Orthopädie in Aarau, nimmt sich in Baden komplizierter Knie-Problemen an. Unter anderem.

Eine Klinik, zwei Standorte
Worum gehts? Mit den grossen technischen Fortschritten in der Orthopädie schreitet die Gelenkspezialisierung immer schneller voran – und Patienten legen vermehrt Wert darauf, sich von einem Spezialisten behandeln zu lassen. Die beiden orthopädischen Kliniken im KSA und KSB tragen dieser Entwicklung Rechnung, indem sie sich zu einer Klinik an zwei Standorten vereinen.

Das heisst: «Der Patient muss sich nicht mehr zum Fachmann begeben,
sondern der Spezialist kommt zu ihm – sowohl in Aarau als auch in Baden», erklärt Philippe Lindenlaub. Seit Anfang Jahr ist dieses Rotationsprinzip im Gang. Sechs standortübergreifende Teams – spezialisiert auf Schulter/Ellbogen, Wirbelsäule, Hüfte/Becken, Knie, Fuss und Kinderorthopädie – nehmen sich der Beschwerden der Patienten an. «Mit dem gemeinsamen Orthopädiezentrum konzentrieren wir alle unsere Kräfte auf hohem Niveau; durch den gemeinsamen Erfahrungsaustausch erfolgt eine Durchmischung des Wissens», sagt Karim Eid. Das Fernziel: sich als eine von sieben A1-Kliniken in der Schweiz zu positionieren.

Führend auf vielen Gebieten
Bereits heute führen die Spezialisten in KSA und KSB als eine der wenigen Spitäler der Schweiz bei einer Schulteroperation die computergestützte Planung des Gelenkersatzes an. «So können wir sie passgenau im Körper platzieren, was gewährleistet, dass die Prothese länger im Körper verbleiben kann», so Karim Eid.

Beim Knie wurden die Implantate während der Operation bisher über
aufwendig computernavigierte Verfahren eingeführt. Heute wird die Operation mithilfe exakter Röntgenbilder bereits am Computer simuliert, um eine optimale Implantate-Positionierung zu gewährleisten. Philippe Lindenlaub: «Durch diese Technik kann nicht nur schneller und präziser, sondern auch weniger invasiv operiert werden.»

Wie überall gilt auch in der Orthopädie: Durch Routine steigt die Qualität.
Mit rund 550 Hüftprothesen, die in Aarau und Baden jährlich eingesetzt
werden, «sind wir landesweit führend», so Philippe Lindenlaub. Die Zahl der Wechseloperationen, bei denen nicht mehr funktionstüchtige Gelenke ausgetauscht werden, bewegt sich bei jährlich rund 100 Eingriffen. Und da «wir» immer älter werden, wird den Orthopädie-Spezialisten die Arbeit auch in Zukunft nicht ausgehen. Karim Eid sagt es so: «Viele Betagte haben heute höhere Ansprüche an die Funktionstüchtigkeit ihres Körpers. Man will heute mit 70 nicht nur schmerzfrei sein, sondern Golf spielen, reisen und bergsteigen.»

Angaben zu den Personen

PD Karim Eid  ist Chefarzt, Gesamtleiter und Standortleiter Baden des Orthopädie-Zentrums der Kantonsspitäler Aarau und Baden. Philippe Lindenlaub ist Chefarzt und Standortleiter Aarau des Orthopädie-Zentrums.