Sie sieht aus wie ein Mini-Katalysator aus Stoff mit zwei Beinen – doch ihre Funktion rettet unter Umständen Leben: Die Prothese, mit der einem Aortenaneurysma quasi ein Schnippchen geschlagen wird. Wie’s funktioniert? «Bei der endovaskulären Versorgung gelangen wir über einen kleinen Schnitt in der Leiste in die Oberschenkelarterie des Patienten », erklärt Alexander Engwicht. Die massgeschneiderte Prothese wird vom Chirurgen unter Röntgenkontrolle unterhalb der Nierenarterien platziert und mittels Ballonkatheter mit der Gefässwand «versiegelt». Die Prothese bildet danach lebenslänglich den neuen Kanal für den Blutfluss.

Anatomie muss stimmen

«Die endovaskuläre Operation hat sich gegenüber der offenen Chirurgie als Therapie der ersten Wahl herausgestellt », sagt Alexander Engwicht. Wenn die anatomischen Bedingungen der Arterien es zulassen, wird in der Regel endovaskulär vorgegangen. «Manchmal erweist sich aber die offene Operation aus verschiedenen Gründen als die bessere Variante. Dies gilt es vorgängig genau abzuklären. » Weltweit würden heute zwei Drittel der Aortenaneurysmen mittels endovaskulärer Operation versorgt, ergänzt Thomas Huber. «Durch den kleineren Eingriff ist der Spitalaufenthalt deutlich kürzer und der Patient kann danach im Alltag schneller wieder Tritt fassen."