Paul G.* (Name geändert) wird eben aus dem Operationssaal geschoben. Er war am Tag zuvor mit starken Schmerzen in der Nierengegend ins Spital eingeliefert worden. Diagnose: Nierensteine. Daniel Seiler, stellvertretender Chefarzt der Urologie, hat diese mittels Stosswellen zertrümmert und danach entfernt.

«Minimal-invasiv» nennt man die Operationsmethode, bei der der «Zugangsschaden» – im Gegensatz zur offenen Operation – möglichst gering gehalten wird. So können Nieren- und Blasensteine im Prostata- Zentrum des Kantonsspitals Aarau entweder mittels Laser oder der erwähnten Stosswellen zertrümmert und entfernt werden. Die modernste Form der laparoskopischen Chirurgie (auch «Schlüsselloch-Chirurgie » genannt) erfolgt mithilfe des telechirurgischen Computersystems «DaVinci». Dabei sitzt der Operateur am Computer und führt die Handgriffe an einer Art Konsole aus, die vom Roboter am Operationstisch übernommen werden (Bild). Rund 200-mal jährlich kommt der «Operations-Roboter » im Prostata-Zentrum zum Einsatz; so für Teil- oder Totalentfernungen der Prostata, für Nierenbeckenplastik, die Entfernung von Harnleiter- und Nierenbeckensteinen und auch für Operationen an der Niere.

«Die minimal-invasive Operationsmethode hat mehrere Vorteile», sagt Daniel Seiler. Dazu gehöre die Verminderung von postoperativen Schmerzen ebenso wie die Verkürzung der Aufenthaltsdauer im Spital. «Dennoch kann man nicht pauschal sagen, dass die minimal-invasive Chirurgie in jedem Fall die Behandlung der Wahl ist. Es gilt, jeden Patienten individuell abzuklären », betont der Stellvertretende Chefarzt.

Autorin: Ursula Känel Kocher / Gesundheit Aargau