Die Psychiatrischen Dienste Aargau erwirtschafteten 2010 einen Betriebsertrag von CHF 114.6 Mio.; 4.9% mehr als im Vorjahr. Zugenommen haben insbesondere die ambulanten Leistungen, wo das Angebot 2010 ausgebaut worden ist: Der Ertrag aus den ambulanten Leistungen nahm um CHF 1.6 Mio. oder 7.9% zu. Im stationären Bereich liegen die Erträge auf Vorjahresniveau (+0.5%). Der Kanton Aargau ist Alleinaktionär und partizipiert mit einer Dividende am Geschäftserfolg.

Bei den Ausgaben machen – für die Psychiatrie naheliegend – die Personalkosten mit CHF 79.1 Mio. den grössten Posten aus. Finanziell spürbar war zudem der forcierte Wandel der PDAG: Über 30 Projekte zur Optimierung der Behandlungsqualität und Erhöhung der Patientenzufriedenheit wurden umgesetzt, und auch sie schlugen ausgabenseitig zu Buche. Der Sachaufwand bewegt sich dennoch auf dem Niveau des Vorjahres. Dazu beigetragen haben Effizienzsteigerungen und das straffe Kostenmanagement.

Ambulant und teilstationär steigend – ständige Überbelegung vorbei

Ein Blick in die Statistik macht deutlich: Die Massnahmen für Modernisierung, Angebotsoptimierung und wohnortnahe Versorgung zeigen deutlich Wirkung. Die Anzahl der behandelten ambulanten Fälle stieg um 4.5% und bestätigt das wachsende Bedürfnis nach ambulanten und teilstationären Behandlungsformen. Im stationären Bereich nahmen die Anzahl Pflegetage um 8.3% ab, dies vor allem wegen des Abbaus der Langzeitbetten. Die Stationen der Akut-Psychiatrie waren mit rund 92% nach wie vor gut ausgelastet, aber nicht mehr chronisch überbelegt – und dies trotz Aufnahmepflicht Mai 2011 2/3 und obwohl die Stationsgrössen 2010 verkleinert bzw. von 22 auf 20 Betten reduziert wurden. Zu dieser positiven Entwicklung beigetragen haben die neue Triagestelle und die dritte Tagesklinik (beide 2010 realisiert). Die Erwartung, dass dank der Triage unnötige Klinikaufenthalte vermieden werden können, hat sich somit bestätigt. Eine konstant hohe Auslastung weist die forensische Station aus, die in ihrem ersten vollen Betriebsjahr gleich 5% der stationären Einnahmen erwirtschaftete.

Zukünftige Herausforderung: Gesamtsanierung Königsfelden

Der Verwaltungsrat ist mit dem Jahresergebnis zufrieden und sieht sich in der Weiterführung des eingeschlagenen Weges bekräftigt. CEO Christoph Ziörjen freut sich, dass die PDAG trotz Mehraufwänden für eine zeitgemässe Psychiatrie und Ertragseinbussen (wegen des Abbaus der Langzeitbetten) schwarze Zahlen schreiben. Er betont aber, dass ein möglichst hoher Gewinn nicht das Ziel sei, sondern die bestmögliche Versorgung der Patienten: „Als Grundversorger mit öffentlichem Auftrag gehen wir deshalb sorgsam mit den vorhandenen Mitteln um – auch im Hinblick auf die Finanzierung von anstehenden Investitionen, wie der Gesamtsanierung Königsfelden.“ Der anstehende grossrätliche Entscheid zu den Spitalliegenschaften ist für die PDAG von zentraler Bedeutung.

Geschäftsbericht 2010: „PDAG bewegt! PDAG bewirkt.“

Die Psychiatrischen Dienste Aargau AG sind in Bewegung, nicht zuletzt dank dem unermüdlichen Einsatz der rund 970 Mitarbeitenden. Der Geschäftsbericht 2010 steht darum auch unter dem Motto der Kulturentwicklung, „Bewegt!Bewirkt.“. Er gewährt in persönlichen Portraits Einblick in den bewegten Alltag von vier Mitarbeitenden. Den literarischen Beitrag liefert dieses Jahr der preisgekrönte Aargauer Schriftsteller Klaus Merz in einer „Hommage an einen Bewegten“. Der gedruckte Geschäftsbericht kann bezogen werden bei den Psychiatrischen Diensten Aargau. Die Online-Version findet sich unter www.pdag.ch.