Im Zentrum für Labormedizin des Kantonsspitals Aarau werden pro Tag Proben (Blut, Urin, Liquor) von rund 1000 ambulanten und stationären Patienten verarbeitet. Die medizinische Genetik stellt dabei nur einen kleinen Teil des Gesamt-Spektrums dar. Doch Chefarzt Andreas Huber ist überzeugt: «Auf diesem Gebiet wird sich in Zukunft noch einiges tun.»

HUBER IST MITGLIED der zwölfköpfigen Expertenkommission, die vom Bundesrat im Rahmen des 2004 verabschiedeten «Bundesgesetzes über genetische Untersuchungen beim Menschen» (GUMG) eingesetzt worden ist. Diese hat in erster Linie die Aufgabe, Massstäbe für die Qualitätskontrolle genetischer Untersuchungen zu erarbeiten. «Gentests machen längst nicht immer Sinn», betont Andreas Huber. Beispiel: Wer an einem hohen Blutdruck leide, brauche keinen teuren Gentest in Anspruch zu nehmen, sondern sollte sich mehr bewegen und auf seine Ernährung achten. Hingegen, so Huber, wäre es durchaus keine abwegige Idee, jede Frau vor der Verschreibung der Antibabypille auf ein mögliches Thrombose-Risiko zu untersuchen: «Immerhin neigen fünf Prozent aller Frauen zu Gerinnungsstörungen. »

WICHTIGE KOOPERATION: Damit Analysen möglichst umfassend durchgeführt werden können, besteht eine enge Kooperation zwischen der Abteilung für Medizinische Genetik und dem Pathologischen Institut. Für eine kompetente Beratung der Patienten werden gemeinsame Sprechstunden mit der Onkologie, mit der Kinderklinik und der Hals-Nasen-Ohren-Klink angeboten.