Vier Stunden Ausdauer-, Kraft- und Balltraining täglich, sechs Tage die Woche. So sieht normalerweise das Programm von Gaby Huber-Schmohl aus. Die 32-Jährige ist die einzige Squashspielerin der Schweiz, die den Sport zum Beruf gemacht hat und auf dem internationalen Parkett mitspielt. Seit zwei Jahren ist sie Profi und reist auf der Tour mit, zurzeit belegt sie Platz 31 der Weltrangliste.

Ihr Trainingsprogramm hat sich allerdings seit Ende September geändert. Nun heisst es für Gaby Huber zwei bis drei Mal in der Woche zwei Stunden Physiotherapie und daneben einige Stunden leichtes Krafttraining. Eine chronische Achillessehnen-Entzündung, die sie schon seit Monaten plagt, hat sie zu einer Pause gezwungen. «Die Schmerzen wurden immer stärker, ich konnte die Spiele nur noch mit Schmerzmitteln durchstehen», sagt sie.

Alle Möglichkeiten ausreizen

Als weder Medikamente noch verschiedene Therapien halfen, nahm Gaby Huber Kontakt mit Michael Phieler auf, dem leitenden Physiotherapeuten des Kantonsspitals Baden (KSB). Er ist auf Sportphysiotherapie spezialisiert und half Gaby Huber schon einmal vor einigen Jahren, als sie Rückenprobleme hatte. «Eine Therapie ist Vertrauenssache. Bei Michael Phieler weiss ich, dass ich in guten Händen bin.» Der leitende Physiotherapeut und einige seiner Mitarbeitenden arbeiten seit Jahren eng mit Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern zusammen und wissen, wie sie ticken. «Sie wollen so schnell wie möglich wieder fit werden. Der Zeitfaktor spielt in der Therapie im Vergleich mit anderen Patienten eine wesentliche Rolle. Alle Möglichkeiten werden deshalb ausgereizt», sagt Michael Phieler. Dadurch wird die Therapie viel intensiver, die Sportler trainieren fast täglich. «Es ist spannend, an die Grenzen zu gehen. Sportler müssen viel belastbarer sein als durchschnittliche Patienten.»

Therapie und Training

Aber nicht nur die Mitarbeitenden sind ein Grund, weshalb Gaby Huber den weiten Weg von Sachseln nach Baden mehrmals wöchentlich auf sich nimmt. Das KSB bietet ihr und anderen Sportlerinnen und Sportlern auch eine Infrastruktur, die weit über eine traditionelle Physiotherapie-Abteilung hinaus geht. Im Kantonsspital Baden stehen modernste Geräte, die es in dieser Kombination sonst nirgends in der Schweiz gibt (siehe Artikel unten). Das breite Angebot an Kraft- und Ausdauermaschinen macht es möglich, dass die Squashspielerin ihre Therapie mit dem Training verbinden kann. So verbringt sie vor oder nach der eigentlichen Physiotherapie oft noch einige Stunden damit, ein leichtes Krafttraining zu absolvieren, um ihre Muskeln zu stärken.

Energie lenken

Eine Besonderheit der Sportphysiotherapie ist auch, dass die Sportler überdurchschnittlich motiviert sind – was aber dazu führen kann, dass sie zu schnell zu viel wollen. Dann ist es die Aufgabe der Physiotherapeuten, die Energie zu lenken und mitunter zu bremsen. Auch Gaby Huber will so schnell wie möglich zurück. «Es kribbelt richtig, ich möchte zurück auf den Platz und wieder regelmässig spielen.» Jetzt nimmt sie noch an einzelnen Turnieren teil, um ihre Weltranglistenpunkte zu verteidigen. Aber manchmal fehlt die Geduld. Immer wieder gibt es Phasen, in denen der Heilungsprozess für sie zu langsam verläuft. «Oft ist es auch ein Kampf gegen mich selber.» Aber sie hält sich eisern an den Behandlungsplan. «Ich weiss, dass es sich am Schluss auszahlt.» Ihr Ziel hat sie klar vor Augen: Anfang 2013 will sie wieder ohne Einschränkung fit sein und auf der Tour mitspielen.

Autorin: Katja Müller, KSB