perthermie, ob oberflächlich oder in der Tiefe angewendet, ist dasselbe», erklärt Oberarzt Emsad Puric. Und so funktionierts: Die Tumorregion wird in der Regel einmal wöchentlich während rund einer Stunde auf 42 bis 43 Grad Celsius erwärmt. «Während eines Behandlungszyklus sind fünf bis zehn Sitzungen nötig», führt Puric aus. Zum Vergleich: Die normale Krebsbestrahlung findet fünfmal wöchentlich statt (total 15 bis 30 Sitzungen).

BEI OBERFLÄCHLICH gelegenen Tumoren arbeiten Emsad Puric und sein Team mit einer Art «Heizkissen», im Fachjargon Applikator genannt. Dieser wird auf die betroffene Körperstelle aufgelegt. «Das Heizkissen ist mit Silikon gefüllt und mit Spiralantennen versehen, die den Tumor mit Mikrowellen bestrahlen », erklärt Puric. Bei der Tiefenhyperthermie wird die Beckenregion des Patienten von einem runden Applikator in Zylinderform umschlossen. Die Mikrowellen, die Wärme erzeugen, treten aus der Zylinderhülle aus und bilden im Körper des Patienten eine dreidimensionale «Wärmekugel», die dank einem ausgeklügelten Fernsteuerungssystem zum Tumorareal navigiert wird.

«Auch wenn die Überhitzung nur lokal geschieht, kommt der Patient dabei schon etwas ins Schwitzen; nennenswerte Nebenwirkungen bleiben in der Regel aber aus», weiss Emsad Puric. WÄHREND JEDER Behandlung werden die Körpertemperatur und das Herz-Kreislauf-System des Patienten von Ärzten kontinuierlich überwacht. Ein Ingenieur oder Physiker misst, steuert und kontrolliert die Temperaturverteilung. «Weil Mikrowellen ungefährlich sind, können Angehörige bei der Behandlung im Zimmer bleiben», so Puric.

Autorin: Ursula Känel Kocher / Gesundheit Aargau