In den beiden neuen Herzkatheterlabors des KSA (Artikel oben) werden nicht nur akute Herzinfarkt-Patienten behandelt. Den grössten Anteil (bis anhin 1800 Untersuchungen jährlich) machen Patienten mit verengten Herzkranzgefässen (Angina Pectoris) aus. Ballondilatation nötig? Wie stark der Grad der Verengung ist, zeigt eine sogenannte Koronarangiographie: Dabei werden die Herzkranzgefässe mittels Kontrastmittel dargestellt. «Bei etwa der Hälfte der Patienten muss die Verengung mittels Ballondilatation und Stenteinlage behandelt werden», sagt André Vuilliomenet. Der Zugang erfolgt via Leiste oder in neuster Zeit vermehrt via Arm – so kann der Patient meist bereits am Tag darauf das Spital wieder verlassen und seinen gewohnten körperlichen Aktivitäten nachgehen. Nicht-invasive Abklärungen In der allgemeinkardiologischen Untersuchung werden Symptome abgeklärt, die auf eine Herzerkrankung hinweisen können – etwa Brustklemmen bei Anstrengung, Atemnot oder auch Wasser in den Beinen. Hier werden zur Diagnose etwa Ruhe- und Belastungs- EKG, Fahrradergometrie, Echokardiographie, eine 24-Stunden-Blutdruckmessung und anderes eingesetzt. Jährlich implantieren Vuilliomenet und sein Team, das aus zwei Leitenden Ärzten, fünf Oberärzten und sechs Assistenzärzten besteht, rund 200 Herzschrittmacher.

Herzinfarkt?

Schmerzen und ein beklemmendes Engegefühl im Brustraum, häufig mit Ausstrahlung in die Arme oder die Halsgegend, sind typische Anzeichen für eine Durchblutungsstörung des Herzens. Klar: Nicht jeder Brustschmerz muss auf einen akuten Herzinfarkt hindeuten. Auch Magen-Darm-Erkrankungen oder Beschwerden des Bewegungsapparates können Brustschmerz auslösen. Wenn dieser als sehr unangenehm empfunden wird und über längere Zeit (mehr als 15 Minuten) andauert, sollte rasch ein Arzt aufgesucht werden. Brustschmerz, der nach wenigen Minuten wieder abklingt, deutet auf Angina Pectoris hin (verengte Herzkranzgefässe, meist als Folge einer Arteriosklerose).