«Welche Operationstechnik man für die Entfernung eines Tumors wählt, ist immer abhängig von dessen Ausdehnung und Lage », sagt Walter R. Marti. Neben dem offenen Schnitt in der Bauchdecke und der zwei- und dreidimensionalen Schlüssellochtechnik (Laparoskopie) gibt es neu für die Entfernung von Mastdarmtumoren das transanale Verfahren zur Entfernung des gesamten Mastdarms.

Dieses bietet einen grossen Vorteil gegenüber den anderen Operationstechniken: «Mehr Sicherheit dank besserer Sicht», fasst es Gaudenz Curti zusammen. Denn: «Je nach anatomischen Gegebenheiten des Patienten – zum Beispiel bei korpulenten Männern mit kleinem Becken und vergrösserter Prostata – hat der Chirurg keinen guten Blickwinkel auf den letzten zu operierenden Bereich des Mastdarms», erklärt Curti. Und da in diesem Gebiet nicht zuletzt die sensiblen Bereiche für Zeugungsfähigkeit und Potenz liegen, gelte es, mit besonderer Vorsicht vorzugehen. Bei der sogenannt «transanalen mesorektalen Exzision» erfolgt der Zugang zum Mastdarm zusätzlich über den After. «Damit kann
man quasi den «toten Winkel» aushebeln und erhält eine direkte Sicht auf die kritischen Bereiche, die geschützt werden müssen », so Walter R. Marti.