Psychische Erkrankungen sind das eine. Doch: Wie gehen Kinder damit um, wenn die Mutter oder der Vater an Krebs erkranken? Was bedeutet es für ihren Alltag, was für ihre Zukunft? Und wie geht es weiter, wenn die kranke Person stirbt? Mit solchen Fragen sieht sich Andreas Dörner täglich konfrontiert: Er berät mit einer Kollegin Kinder krebskranker Eltern und deren Familien in der Kinderklinik, einem Angebot der Psychiatrischen Dienste Aargau.


«Unser wichtigstes Ziel ist, dem betroffenen Kind Sicherheit und Selbstbewusstsein zu vermitteln, damit es

Kinder-Psycho-Onkologie: Eine Innovation der PDAG

Das Angebot eines Psycho-Onkologen für Kinder krebskranker Eltern gibt es im Aargau seit 2001. Der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst Aargau schufen damit das erste klinische Psycho-Onkologie-Angebot der Schweiz, das sich gezielt diesen Kindern widmet. (PDAG)

 

 

möglichst gut mit dieser schwierigen Situation zurecht kommt», erklärt der Fachmann. Dabei gehe er, abhängig vom Alter des Kindes, ganz unterschiedlich vor. «Eine Sechsjährige etwa wollte wissen, wie Krebs aussieht. Also haben wir Bildern von Krebszellen gemeinsam angeschaut.»

"Häufig von Schuldgefühlen geplagt"

Bei Jugendlichen stünden Fragen wie «Können wir nach dem Tod des Elternteils weiterhin in diesem Haus leben?» im Vordergrund. «Manche ziehen sich zurück, wieder andere tun so, als ob sie das Ganze nichts angeht.» Trauer, Wut, Verzweiflung, Aggression gegen sich oder andere, somatische Beschwerden wie Bauch- oder Kopfweh - die Formen der Reaktionen sind vielfältig. Heranwachsende, so die Erfahrung von Andreas Dörner, würden durch die Krebserkrankung häufig von Schuldgefühlen geplagt.


«Es ist aber nicht ideal, wenn alle Familienmitglieder im Bestreben, die kranke Person zu schonen, ihre eigenen Bedürfnisse komplett zurückstellen.» Aus diesem Grund versuche er, die Eltern in die Gespräche einzubeziehen und so zu unterstützen, dass wiederum die Kinder gestärkt würden. «Eine offene Kommunikation in der Familie ist für die Bewältigung der Situation eine grosse Hilfe.»

Ursula Känel Kocher